Die didacta 2026 in Köln stand unter dem Leitthema „Alles im Wandel. Bildung im Fokus.“ Schon nach wenigen Gesprächen auf Europas größter Bildungsmesse wurde deutlich: Dieses Motto war nicht nur ein programmatischer Rahmen, sondern in den Messehallen tatsächlich spürbar. Die zentralen Themen reichten von Zukunfts- und Basiskompetenzen über mentale Gesundheit und Resilienz bis hin zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und neuen Lernformaten.
Besonders präsent waren für uns drei Motive: KI, VR – und der Ruf nach Balance. Balance zwischen digitalen und analogen Lernformaten. Balance zwischen neuen Technologien und pädagogischer Beziehung. Balance zwischen zusätzlichen Fortbildungsbedarfen und der ohnehin hohen Belastung im Schulalltag. Und nicht zuletzt: Balance im Inneren der Menschen, die Schule täglich gestalten.
Auch Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte zur Eröffnung die besondere Bedeutung von Demokratie- und Basiskompetenzen. Soziale und emotionale Fähigkeiten seien eine zentrale Grundlage dafür, dass junge Menschen einer unsicheren Zukunft selbstbewusst begegnen können.
Für uns war das ein wichtiger Resonanzraum. Denn überall wurde deutlich: Schule steht vor großen Herausforderungen: Nicht, weil Lehrkräfte keine Kompetenzen mitbringen würden. Im Gegenteil: Wir haben auf der didacta viele beeindruckende, engagierte und hochprofessionelle Menschen getroffen, die täglich enorme Verantwortung tragen. Aber genau deshalb braucht es Formate, die sie entlasten, stärken und ihnen ermöglichen, schwierige Situationen ohne zusätzlichen Druck zu trainieren.
Ein Thema zog sich dabei immer wieder durch Gespräche und Angebote: Konflikte. Mobbing, Cybermobbing, herausfordernde Gruppendynamiken, Krisenintervention, Demokratiebildung, mentale Gesundheit. All das hängt eng mit der Frage zusammen, wie wir in Bildungskontexten mit Spannungen, Eskalationen und Unsicherheit umgehen. Konflikte sind kein Randthema von Schule. Sie sind Teil des Alltags.
Gerade im Austausch mit anderen Anbietern wurde für uns noch einmal deutlich, wo der Konfliktsimulator einen besonderen Mehrwert bieten kann. Viele Fortbildungsformate vermitteln Wissen, Methoden und Haltungen. Das ist wichtig. Aber häufig fehlt danach der Raum, das Gelernte wirklich auszuprobieren; und zwar wiederholt, praxisnah und ohne Schamgefühl. Nicht jede Person möchte in einer Gruppe eine Konfliktsituation nachspielen. Nicht jede Übung fühlt sich natürlich an. Und wer sich unsicher fühlt, braucht oft gerade keinen öffentlichen Trainingsmoment, sondern einen geschützten Raum.
Genau hier liegt aus unserer Sicht das Potenzial digitaler Simulationen. Der Konfliktsimulator ersetzt keine gute Fortbildung, keine pädagogische Beziehung und schon gar nicht die Empathie einer Lehrkraft. KI kann niemals das menschliche Gespür ersetzen, das im Klassenzimmer, im Gespräch mit Jugendlichen oder im Kontakt mit Eltern so entscheidend ist. Aber KI und VR können dabei helfen, diese Fähigkeiten zu stärken: durch wiederholbares Training, individualisiertes Feedback und realitätsnahe Situationen, in denen man unterschiedliche Handlungsstrategien ausprobieren kann.
Unser Eindruck nach der didacta ist deshalb sehr klar: Das Interesse an einem Format wie dem Konfliktsimulator ist groß – sowohl als niedrigschwelliges Selbsttraining als auch als Ergänzung zu bestehenden Fortbildungsangeboten. Viele Gespräche haben uns gezeigt, dass der Bedarf nach praxisnahen, flexiblen und sicheren Übungsräumen sehr real ist.
Wir nehmen aus Köln viel Inspiration, viele neue Kontakte und vor allem eine Bestätigung mit: Wir sind auf der richtigen Spur. Wenn Bildung Demokratie stärken soll, dann braucht es Räume, in denen soziale, emotionale und demokratische Kompetenzen nicht nur besprochen, sondern auch praktisch eingeübt werden können. Genau daran arbeiten wir weiter.
Foto Copyright: Koelnmesse GmbH / didacta / Thomas Klerx

